Donnerstag, 7. November 2013
Vom Baum zum Grasbüschel
Heute fand die zweite Qi Qong Stunde statt. Zu Beginn hieß es erst mal wieder langsam im Kreis laufen und in seinen Körper hinein hören und die Gedanken nur im hier und jetzt haben. Während wir so im Kreis liefen, schaute ich mir die Bilder an der Wand an und fragte mich, warum in der Volkshochschule Dessau Bilder von Alleen aus Brandenburg hängen.
Dann ging es mit den Atemübungen weiter. Oberkörper hängen lassen, beim Einatmen nach oben kommen,Schultern hoch ziehen und bei Ausatmen wieder fallen lassen. Anschließend sollten wir uns wieder die goldene Schnur an unserem Scheitel vorstellen die uns nach oben zieht und wieder sanft nach unten lässt. Schlimm genug das wir eine gefühlte Stunde mit dieser Übung zubrachten, so hörte ich genau den gleichen Text wie aus der ersten Stunde. "Die Füße sind fest mit dem Boden verwurzelt, immer stärker wird die Bindung zwischen Himmel und Erde...". Leider war Frankenstein heute nicht da,sodass ich die Gelegenheit nutzte um mich wenigstens halbwegs auf die Übungen zu konzentrieren. Ich war sehr froh, dass er heute wenigsten nicht wieder die "return"-Taste für den ersten Titel gedrückt hatte und somit immer mal andere Klänge meine Seele wenigstens theoretisch beruhigten.
Nunja. Nachdem wir also den ganzen Raum mit unserem Ein- und Ausatmen vom Sauerstoff befreit hatten, folgte die nächste Übung. Da er wohl gesehen hat, das der ein oder andere mit dem Stehen so seine Probleme hat, sollte eine Art Gleichgewichtsübung folgen. "Stellen Sie sich gerade hin, schließen sie die Augen und stellen Sie sich vor, sie wären ein Baum." Klar, jeder möchte alt wie ein Baum werden, aber einer sein? Und dann sollte ich mir auch noch vorstellen, ich sei mein Lieblingsbaum. Was zum Teufel ist mein Lieblingsbaum? "Stellen Sie sich vor, wie Ihre Blätter aussehen. Welche Farbe Sie haben. Wonach Sie im Frühjahr riechen." Ich konnte mich zwischen all den Bäumen gar nicht entscheiden. Ahorn?Eiche?Kiefer?Süßkirsche? Ich sollte mir die tiefen Wurzeln vorstellen, wie sie mich fest mit dem Boden verbinden. Aber wenn ich jetzt eine Birke sein wollte, dann habe ich doch flache Wurzeln. Ich war leicht überfordert und entschied mich dann für eine widerspenstige Tanne. Jetzt kam auch noch der Wind, der erst langsam anfängt und dann immer stärker wird und uns von rechts nach links schiebt. Hin und her...als ich zwischendurch meine Augen öffnete und zum Fenster hinaus schaute, dachte ich nur "Hoffentlich sieht uns hier keiner!". Irgendwann lies der Wind wieder nach und die Übung war beendet.
Wie kann man sowas noch toppen? Mit einer Partnerübung, juhu! Nun war ich von der Tanne zum Grasbüschel geworden und sollte mich von meiner Übungspartnerin hin und her bewegen lassen. Arme, Beine, Rücken, alles wurde durch fremde Hand gesteuert. Der rechte Arm geht nach oben, während sich mein Oberkörper nach links dreht, ich langsam die Knie beuge usw. Es fiel mir irgendwie ziemlich leicht mich in dieser Situation fallen zu lassen. Obwohl sich die meisten nicht kannten, empfanden alle die Übung als sehr angenehm. "Einfach mal los lassen und sich um nichts kümmern." Und genau so, sollen wir später auch alleine unsere Übungen ausführen. Ganz leicht und ohne Anspannung. Ob das gelingt? Wir werden sehen :-)
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen