Seiten

Donnerstag, 28. November 2013

Osteopathie soll helfen?

Heute mal etwas anderes. Vielleicht etwas sehr persönliches, aber etwas, was ich trotzdem mal los werden möchte. Ich bin seit etwa anderthalb Jahren Migränepatientin. Die Migräne kam für mich ziemlich plötzlich und ohne ersichtlichen Grund. Anfangs hatte ich etwa einmal im Monat schwache Anfälle, meistens nach einem stressigen Tag am Nachmittag. Nach und nach veränderte sich das Bild. Aus monatlich wurde 14-tägig, teilweise auch wöchentlich. Aus einem schmerzhaften Hämmern in der Linken Schläfe, wurde ein unerträglicher Schmerz in der oberen linken Gesichtshälfte, Auge, Nasennebenhöhlen, alles kann beteiligt sein. Wenn es besonders schlimm ist, kommt Übelkeit usw. hinzu. ASS, Aspirin und Dolormin vertrage ich nicht, Paracetamol und Ibuprofen sowie ein Triptan erzielen keine spürbare Verbesserung. Anfangs wollte ich mich mit meinen Schicksal einfach abfinden, als ich jedoch nach meiner Zahnextraktion einen so heftigen Anfall hatte, dass ich einen ganzen Tag kaum ansprechbar war, habe ich der Migräne den Kampf angesagt. 
Auf diversen Seiten steht, dass Osteopathie bei Migräne helfen kann und da meine Krankenkasse diese bis zu einem Teil bezahlt, habe ich mir einfach mal einen Termin bei der entsprechenden Physiotherapie besorgt. Gestern war dann mein erster Termin. Die Therapeutin ist sehr nett, wie sich im ersten Anamnesegespräch heraus stellte. Was machen Sie beruflich? Seit wann haben Sie die Migräne? Ist in diesem Zeitraum irgendwas vorgefallen? Hatten Sie sonst mal einen Unfall? usw. usw. 
Dann sollte ich mich vor sie stellen. Sie würde die Anspannung in meiner linken Körperhälfte sehen. Sie tastete mich ein wenig ab, Wirbelsäule, Brustbereich, Schultern...So ganz genau wusste ich nicht, was sie dort tat, da alles ohne Druck und große Kraftaufwendung passierte. Sie fühle keine Wirbel, sie legte einfach nur ihre Hand flach darauf...Nunja.
Während des ersten Gespräches erzählte ich ihr ein wenig etwas aus den letzten Monaten. Das ich auf Grund einiger Ereignisse eine Angst entwickelt habe, die aber beschränkt ist. Da die Umstände, die für meine Angst zuständig sind, aber schon lange vor dem ersten Migräneanfall da waren, mache ich diese nicht dafür verantwortlich. Trotzdem wollte sie mir durch das Berühren mancher Druckpunkte am Kopf meine Ängste nehmen. Ich sollte daran denken, fühlen was es mit mir macht und in diesem Moment drückte sie leicht meinen Kopf. Mal ganz oben am Scheitel, dann wieder über den Ohren...plötzlich fingen meine Beine an leicht zu zucken, so als ob sich meine Muskeln anspannen und wieder lockern. Eigentlich wollte ich gar nicht DARAN denken und so kam ich teilweise auch mit den Gedanken ab und hatte ein Gefühl der Stille in mir...trotzdem wollte sie wissen, wie ich mich in dem Moment gefühlt habe. Mir ging es nicht schlecht, Die Angst war ok, es gab ja gerade keinen Anlass dafür. Sie meinte ich sei diese Angst jetzt los. Ich könnte mit eventuellen Situationen locker umgehen. Ok...

Dann ging es weiter mit dem eigentlichen Problem. Ich hatte vor gut 20 Jahren mal einen Unfall bei dem ich mir den Oberkiefer gebrochen habe. Durch das Röntgenbild des Zahnarztes vom letzten Monat, weiß ich aber, dass man diesen Bruch nicht mehr sieht. Nunja. Um herauszufinden ob dort das Problem noch liegen könnte, drückte sie auf meine Zahnreihen und den Gaumen. Irgendwie habe ich mir unter Physiotherapie und Osteopathie etwas anderes vorgestellt ;-) Aber egal. Ihre Schlussfolgerung war dann, dass der Unfall von vor über 20 Jahren, Schuld an meiner Migräne sein könnte. Die rechte Hälfte meines Gaumens geht wohl nicht wie normal leicht nach oben. Dies würde dann wieder auf die linke Seite ausstrahlen...Wie genau sie das jetzt gemerkt hat, kann ich gar nicht sagen. Anschließend drückte sie wieder einige Punkte an meinem Kopf. teilweise Hals...
Nach einer Stunde war die Sitzung dann beendet. Sie sagte, wenn ich Glück habe, bin ich die Migräne jetzt schon los. Mein Körper würde jetzt noch ein wenig arbeiten, sollte mir irgendwas komisch vorkommen, dann soll ich anrufen. 
Ich fühlte mich nach der Sitzung wohl. Hatte ein gutes Gefühl in mir und habe immer noch die Hoffnung, dass ich die Migräne los bin. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie sich anschleichen möchte, aber so wie sie da ist, ist sie wieder weg.

Alles könnte schön sein, wäre da nicht die Angst...Sagte sie nicht, sie ist weg? Sie war auch weg, bis zum gestrigen Tag. Nach der Arbeit lief ich zum Auto und sie war da...ohne Grund und ohne das ich darüber nachgedacht habe. Ich setzte mich ins Auto und fuhr Richtung Heimat. Ich beobachtete alles, dachte überall ich sehe etwas, was dort nicht ist. Ich hatte ein ungutes Gefühl im Bauch und hätte am liebsten einfach angefangen mit Weinen. Was war mit mir passiert? Hat sie einen falschen Punkt gedrückt? Ja, mein Körper soll arbeiten, aber so???  Ich ärgerte mich wieder über mich selber, weil ich nichts dagegen tun konnte, aber ich habe gelernt, dann man manche Dinge nicht beeinflussen kann und somit einfach annehmen muss. Wenn ich daran denke, fühle ich mich wieder unwohl. Ich hoffe sehr, dass sich diese Gefühle wieder einpegeln und in die Ecke verkriechen, wo sie sich in den letzten Wochen auch aufgehalten haben....
.

1 Kommentar:

  1. Diesen Sommer hatte ich auch das erste Mal Migräne. Und es war so heftig, dass ich dachte irgendwas in meinem Kopf wäre geplatzt. Dazu war mir richtig schlecht und ich musste mich auch übergeben. Ich dachte erst, dass wäre ne einmalige Sache, aber leider hatte ich dann auch wöchentliche Attacken. Ich stand morgens auf und hab schon verschwommen gesehen und wusste, dass ich eigentlich auch direkt zuhause bleiben kann. So ging es eine Zeit lang weiter bis ich beschlossen habe wieder zurück nach Hause zu ziehen. Und seitdem hatte ich kein einziges Mal mehr Migräne. Bei mir war es also anscheinend auf jeden Fall psychisch bedingt. Ich weiß, dass dir das jetzt nicht unbedingt weiterhilft, aber mir war gar nicht klar, dass mich die Entfernung zu meiner Familie so sehr belastet, dass ich dadurch die Migräne bekommen hab. Vllt gibts bei dir ja auch iwas so in der Art? Ich wünsche dir alles Gute und dass du das bald los wirst :)

    AntwortenLöschen