So,ich bin nun wieder Zuhause,meine Füße erreichen so langsam wieder Betriebstemperatur und mein Kater kuschelt die ganze Zeit mit dem Laptop.
Nun von Anfang an. Gestern rief ich nochmal bei der DEKRA an und fragte nach den Prüfterminen für die Theorieprüfung. "Dienstag ab 7.30. und Donnerstag ab 14.30" OK ok. Ich stellte mir dann gestern Abend den Wecker für 6.30 Uhr und suchte mal wieder nach Gründen, am nächsten Morgen nicht zeitig aufstehen zu müssen. "Du hast doch noch Zeit" "Vielleicht solltest du noch etwas üben" "Du hast frei und willst halb sieben aufstehen?" All dies waren Argumente die definitiv dafür sprachen, den Wecker einfach auszustellen. Dagegen stand allerdings der Gedanke, dass wenn ich heute nicht fahre, ich ja die nächsten Tage noch weiter lernen muss und darauf hatte ich gar keine Lust :-D Nachdem ich also den Wecker 4 mal gesnoozt habe,bin ich doch aufgestanden. Beim Zähneputzen kamen mir dann wieder die Contragedanken in den Kopf, aber da ich nun schon mal aufgestanden war und sonst um die Uhrzeit nichts erledigen konnte, fuhr ich also zur Dekra. Als dann irgendwann der Prüfer eintrudelte durften wir in den Raum.Eine Mitt-40erin machte mich mit ihrer tiefen Atmung ganz nervös.Aber ich versuchte cool zu bleiben,atmete nochmal tief durch und versuchte mich zu konzentrieren.
Bei meiner letzten Prüfung vor mehr als 6 Jahren gab's noch diese tollen Bögen mit dem roten Balken an der Seite, wo man dann die Schablone anhalten konnte ;-) Heute steht auf jedem Tisch ein kleines Tablet (oder wie auch immer), auf dem ein Prüfprogramm installiert ist, was genauso ist,wie die Vorprüfungen bei der Fahrschulcard. Also los gings. Vorfahrtsfragen, Straßenführung...kein Problem. Dann kamen die Technikfragen...Bei drei Fragen war ich mir ein wenig unsicher. Wären sie alle drei falsch, wäre ich durchgefallen, wären zwei falsch, wäre ich einmal durchgefallen und einmal hätte ich gerade so bestanden. Im Endeffekt habe ich alles bei meiner ersten Eingebung belassen und drückte den Button "Abgabe". Der Prüfer bestätigte meine Eingabe und "Schickte mir das Ergebnis direkt auf den Bildschirm". Dort musste ich jetzt den Button "Ergebnis ansehen" drücken. Mein Puls raste. Und da war es...Alle Balken GRÜN! GRÜN GRÜN GRÜN. Bestanden mit 0 Fehlerpunkten! Sehr schön. Er druckte mir noch meine Bestätigung aus, die ich meinem Fahrlehrer geben sollte. Draußen sah ich mir den Zettel nochmal genauer an. Da hätte ja jeder Fehlerpunkt drauf gestanden, also wäre alles außer null eine Blamage gewesen. :-D Nun hab ich's geschafft und konnte beruhigt zu meiner Fahrstunde düsen.Ich drückte die Bestätigung meinem Fahrlehrer in die Hand und er freute sich ein wenig, vermutlich das ich seine Statistik nicht ruiniert habe ;-)
Kurz bevor wir los wollten, stellte er fest, dass er sein Funkgerät Zuhause vergessen hatte. Ich rechnete jetzt damit,dass wir auf geradem Weg zum Übungsplatz fahren würden und dann so auch wieder zurück. Aber nein. Er wollte es von Zuhause holen und ich hatte die Wahl ob ich vor ihm fahren möchte und dann drauf achten soll wie er blinkt, oder ob ich ihm hinterher fahre. Ich wählte dann das hinterher fahren, was das Fahren für mich wesentlich entspannter machte, da ich mir dachte, er wird schon gucken,dass ich hinterher komme :-D Also fuhren wir über Landstraße nach O-Baum und holten da das Gerät. Der Wind hielt sich in Grenzen, aber der einsetzende Regen war schon echt nervig. Als wir dann bei ihm ankamen schlug er vor,dass wir nochmal tanken fahren und dann mal ein kleines Stück auf die Autobahn. Ui ui ui. Es nieselte und nieselte und nieselte, aber ich dachte mir, er wird mich ja nicht fahren lassen, wenn er es mir nicht zutraut. Also ging es rauf auf die Autobahn. Bis zur ersten Ausfahrt war ich noch sehr unsicher, musste erstmal mit den Wetter- und Geschwindigkeitsverhältnissen klar kommen. Dann ging es zurück. Ich wusste ich hatte jetzt ein wenig mehr Platz um mich und das Motorrad kennen zu lernen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 kam mir jedoch zum Anfang ganz gelegen. Irgendwann kam das Aufhebungsschild und ich wollte mich natürlich an die Richtgeschwindigkeit halten. Ich weiß jedoch nicht, wie man auf der Autobahn einen Schulterblick machen soll. Jedesmal,wenn ich ihn versuchte, hatte ich eher das Gefühl der Wind drückt meinen Helm einmal rum und bricht mir bei der Fahrt das Genick. Die LKW's auf der zweiten Spur zu überholen war kein Problem, aber auf die 3. Spur wollte ich dann doch nicht wechseln. Viel kann ich gar nicht mehr schreiben, außer das es nass und kalt war und ich trotzdem riesen Spaß dran hatte und mich wohl gefühlt habe. Wir fuhren dann noch ein kleines Stück durch die Stadt und holten eine andere Schülerin ab. Mein Fahrlehrer erkundigt sich meistens gleich nach der Stunde nach meinem persönlichen Wohlbefinden und ja, mir ging es gut. Er war zufrieden, hatte aber auf der Autobahn ein wenig Angst um mich :-D Er konnte nicht einschätzen wie viel ich durch meinen Helm bei dem Regen sehe, aber er hat gemerkt, dass ich die Zähne zusammen gebissen habe und alles rausholen wollte, was momentan drin war. Er sagte sogar, dass die Fahrschülerin meinte, dass ich doch schon ganz gut fahre ;-) Ein bisschen Lob tut doch immer gut. Meine Motorradkleidung ist jedenfalls wasserfest, was man von den Schuhen(was auch keine für's Motorrad sind), nicht behaupten kann. Sie sind einmal komplett durchweicht. Mal schauen ob sie bis morgen trocknen ;-)
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